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Blick auf den Finanzmarkt

Dax wieder schwächer

Erneut schwache Vorgaben der Wall Street belasten den deutschen Aktienmarkt am Dienstag. Der verlorene Kampf um die 10.000 Punkte-Marke im Dow Jones geben negative Impulse. Gerüchte über ein Treffen der EZB mit Regierungsspitzen stützen den Markt.

Blick auf den Finanzmarkt: Dax wieder schwächer

09. Februar 2010 

Erneut schwache Vorgaben der Wall Street belasten den deutschen Aktienmarkt am Dienstag. Dax und MDax pendeln um ihre Vortagesschlussstände. Der TecDax verliert 0,3 Prozent auf 769 Punkte.

Der späte Kursrutsch der amerikanischen Indizes und der nun doch verlorene Kampf um die 10.000 Punkte-Marke im Dow Jones Industrial geben einem Börsianer zufolge negative Impulse. Neue Fundamentaldaten seien nicht zu erwarten, so dass die Verschuldung einzelner Staaten der Eurozone weiter das beherrschende Thema bleiben dürfte.

Der Euro, zuletzt aus diesem Grund Belastungsfaktor für die Aktienmärkte, stabilisierte sich am Morgen auf seinem abgeschwächten Niveau. Einige Händler verweisen zudem auf Gerüchte, wonach Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) ein Treffen mit den Regierungsspitzen einberufen hat. Das stütze den Markt, da möglicherweise über eine Lösung für Griechenland diskutiert werden soll.

Erneut ruhiger Handel am Rentenmarkt erwartet

Der deutsche Rentenmarkt hat am Dienstag leichter eröffnet. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 5 Basispunkte auf 123,86 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 4 Basispunkte auf 117,82 Prozent.

Euro in Fernost etwas fester

Der Euro hat sich im frühen Handel in Asien gegenüber dem Dollar geringfügig erholt, bleibt aber wegen der ausufernden Staatsdefizite in einigen Euro-Ländern weiter unter Druck. Die Gemeinschaftswährung wurde am Dienstag mit 1,3680 Dollar bewertet nach 1,3651 Dollar im späten New Yorker Handel. Auch zum Yen legte der Euro mit 122,30 Yen leicht zu. Der Dollar wurde mit 89,40 Yen gehandelt.

Es gebe weiter einen starken Abgabedruck beim Euro, sagte Devisen-Chefhändler Akira Hoshino von der Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ. Aber jede positive Nachricht für den Euro vom bevorstehenden EU-Gipfel würde der Gemeinschaftswährung Luft für eine begrenzte Erholung verschaffen.

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union (EU) kommen am Donnerstag in Brüssel zusammen. Im Mittelpunkt der informellen Beratungen stehen die Folgen der Finanzkrise und der Umgang mit der Verschuldung Griechenlands und anderer südeuropäischer Euro-Staaten.

Börsen in Fernost uneinheitlich

Die Börsen in Fernost haben sich am Dienstag uneinheitlich präsentiert. An den meisten Aktienmärkten griffen die Anleger wieder zögerlich zu, obwohl die Sorgen um die Staatsdefizite einiger Euro-Länder noch immer die Stimmung drückten. Analysten zufolge dürfte sich die Zuversicht über einen neuen Aufwärtstrend aber weiter in Grenzen halten.

In Tokio fiel der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 0,2 Prozent auf 9932 Punkte und schloss damit auf einem neuen Zwei-Monats-Tief. Der breiter gefasste Topix-Index sank ebenfalls um 0,2 Prozent auf 881 Zähler. Die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong, Taiwan, Singapur und der chinesische Leitindex notierten dagegen fester.

In Japan schlossen die Papiere von Toyota 2,9 Prozent höher, obwohl der weltgrößte Autokonzern eine Rückrufaktion für seine neuesten Hybridmodelle wegen Bremsproblemen bekanntgab. Analysten machten für das deutliche Plus Deckungskäufe verantwortlich. Am Markt werde zudem positiv aufgenommen, dass Toyota endlich konkret auf die Mängelprobleme reagiere, sagte Fondsmanager Hiroaki Osakabe. Pluszeichen gab es auch bei den Aktien der drittgrößten japanischen Bank Sumitomo Mitsui Financial Group, die um 2,1 Prozent höher notierten. Das Geldhaus hatte am Vortag den größten Quartalsgewinn seit fast zwei Jahren bekanntgegeben.

Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street

Die amerikanischen Aktien tendierten am Montag nachbörslich etwas leichter. Der Nasdaq-After-Hours-Index verlor 0,17 Punkte auf 1734,71 Zähler.

Ein enttäuschender Ausblick belastete die Aktien von Electronic Arts (EA). Der Kurs sank um 8,1 Prozent auf 16,04 Dollar, nachdem der Anbieter von Videospielen zwar im dritten Geschäftsquartal seinen Verlust verringert hatte, für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2010/11 aber Ergebnisse in Aussicht gestellt hatte, die unter den Erwartungen der Analysten lagen.

Hartford Financial Services verloren 4,1 Prozent auf 22,50 Dollar, nachdem das Unternehmen mit seiner Ergebnisprognose für 2010 hinter den Konsenserwartungen zurückgeblieben war. Harman International Industries hatte im zweiten Geschäftsquartal besser abgeschnitten als erwartet. Die Aktien des Herstellers von Audio-Zubehör und GPS legten um 7,7 Prozent zu auf 38,25 Dollar.

Qiagen wurden 2,9 Prozent niedriger genannt mit 20,05 Dollar, nachdem das Biotechnologieunternehmen mit seinem Viertquartalsergebnis die Erwartungen übertroffen, mit seinem Ausblick aber die Analystenprojektionen knapp verfehlt hatte.

Wall Street schließt schwächer

Zweifel an der Erholung der Wirtschaft und die Angst vor höheren Zinsen haben die amerikanischen Aktienkurse am Montag belastet. Unter Druck standen vor allem die Aktien des Finanzsektors. Einzelne Werte profitierten in einem ansonsten impulsarmen Handel von positiven Analystenkommentaren und überzeugenden Quartalsbilanzen.

Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) fiel um 1,0 Prozent auf 9.908 Punkte. Der Index schloss erstmals seit drei Monaten wieder unter der Marke von 10.000 Punkten. Der S&P-500 verlor 0,9 Prozent auf 1.057 Zähler. Der Nasdaq Composite sank um 0,7 Prozent auf 2.126 Stellen.

Neben den Defizitproblemen einiger europäischer Länder lastete ein Bericht des „Wall Street Journal“ auf dem Markt. Demnach bereitet Amerikas Notenbankchef Ben Bernanke einen Plan vor, mit dem die Federal Reserve allmählich zu einer strafferen Geldpolitik übergehen will. Damit wäre die Ära historisch niedriger Zinsen beendet, mit deren Hilfe die angeschlagenen Banken hohe Gewinne erzielen konnten.

Im DJIA fielen Bank of America um 3,5 Prozent auf 14,48 Dollar und J.P. Morgan um 1,6 Prozent auf 37,70 Dollar. Den prozentual höchsten Kursgewinn im Index verzeichneten die Aktien der Baumarktkette Home Depot, die um 2,2 Prozent auf 28,59 Dollar zulegten. Die Analysten von Morgan Stanley hatten Home Depot auf „Overweight“ von „Equalweight“ hochgestuft.

Der Einzelhandelssektor, zu dem Home Depot gehört, erhielt einen zusätzlichen Schub von Hasbro. Der Spielwarenhändler hatte mit seinem Quartalsergebnis die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Hasbro-Aktie verteuerte sich um 12,7 Prozent auf 34,71 Dollar. Wal-Mart fielen indessen um 0,8 Prozent auf 52,93 Dollar.

Newell Rubbermaid gewannen nach der Hochstufung auf „Overweight“ durch Morgan Stanley 1,7 Prozent auf 13,58 Dollar. CIT Group drehten nach anfänglichen Kursgewinnen ins Minus und schlossen um 0,5 Prozent niedriger bei 30,61 Dollar. Das Unternehmen hat den ehemaligen Merrill-Lynch-Vorstandschef John Thain an die Führungsspitze berufen.

Amerikanische Anleihen kaum verändert

Kaum verändert haben sich die amerikanischen Anleihen am Montag gezeigt. Vor der Auktion neuer Staatsanleihen in den kommenden Tagen sei der Handel von Zurückhaltung geprägt gewesen, sagten Händler. Auch die Aussicht darauf, dass die amerikanische Notenbank ihr Programm zum Kauf hypothekenbesicherter Wertpapiere bald beenden werde, habe den Markt beunruhigt. Neuerliche Kursverluste an Wall Street hätten den Druck auf die Festverzinslichen gemildert.

Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 3,375 Prozent sanken im späten New Yorker Handel um 3/32 auf 98-11/32 und rentierten mit 3,58 Prozent. Der mit 4,375 Prozent verzinste Longbond stieg um 4/32 auf 97-25/32. Seine Rendite stand bei 4,51 Prozent.

Als einziges Konjunkturdatum wurde der Beschäftigungsindikator des Conference Board veröffentlicht. Der Indikator stieg im Januar auf 93,2 Punkte. Der Dezember-Wert wurde auf 92,3 revidiert, nachdem vorläufig 91,8 Punkte gemeldet worden waren. Der Anstieg des Indikators stimme zuversichtlich, dass die Beschäftigung im ersten Quartal dieses Jahres wieder wachsen werde, sagte Conference-Board-Ökonom Gad Levanon nach Veröffentlichung der Daten.

Die Daten hatten wenig Einfluss auf den Anleihemarkt, der jedoch etwas stärker unter Druck geriet, nachdem der Präsident der Federal Reserve Bank of St. Louis, James Bullard, in einem Interview gesagt hatte, die Fed werde den Kauf hypothekenbesicherter Wertpapierer (MBS) im Volumen von 1,25 Bill Dollar Ende März beenden und vielleicht in der zweiten Hälfte des Jahres mit dem Verkauf einiger Papiere beginnen.

Ursächlich für die Zurückhaltung der Anleger waren allerdings auch die für die kommenden Tage angekündigten Auktionen. Im Lauf der Woche wird das amerikanischen Finanzministerium Anleihen im Volumen von 81 Milliarden Dollar verkaufen.

Händler verwiesen überdies darauf, dass die Angst vor einem Zahlungsausfall Griechenlands und einiger anderer Länder an der Peripherie der Eurozone etwas nachgelassen habe, nachdem einige europäische Finanzminister versichert hatten darauf zu achten, dass Griechenland seinen Plan zum Abbau des Defizits einhalten werde. Damit habe der Anleihemarkt als sicherer Hafen an Attraktivität eingebüßt.

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.

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Bildmaterial: Bernd Helfert

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